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Rheinpfalz 22.05.2006

Innovativ denkender Chef und väterlicher Begleiter

 LUDWIGSWINKEL: Ein 270-Seiten starkes Porträt des Menschen und Wohltäters Daniel Theysohn - Buch von Lilo Hagen

RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Lilo Hagen hat drei Jahre lang an der Biographie des Unternehmers Daniel Theysohn gearbeitet.	FOTO BUCHHOLZEine Hommage an den 1980 verstorbenen Tehalit-Gründer Daniel Theysohn ist nicht nur dessen Biografie mit dem Titel "Daniel Theysohn. Ein außergewöhnlicher Unternehmer und seine Zeit", die am Samstag im Sitz der Daniel-Theysohn-Stiftung im Rahmen einer Feierstunde präsentiert wurde.

Eine Huldigung des Menschen und Wohltäters Daniel Theysohn war auch der Festakt selbst.

Es sei gewiss nicht leicht, über eine Person zu schreiben, die man nie persönlich gekannt hat, sagte Stiftungs-Aufsichtsratsvorsitzende Anke Förster. Dennoch sei es der Autorin Lilo Hagen gelungen, Daniel Theysohn und sein Umfeld .sehr treffend zu schildern".  

Das griechische Wort "graphein" bedeute nicht nur Schreiben, sondern auch Zeichnen und Malen, erklärte Landrat Hans Jörg Duppre in seiner Laudatio. Eine Biografie sei ein Lebensbild. Der Biograf müsse "nicht nur die Fakten sammeln und sortieren, sondern sie auch zu einem sinnvollen und interpretierbaren Gesamtbild komponieren." Dies sei der Autorin gelungen. "Von Seite zu Seite versucht sie tiefer die Persönlichkeit des Daniel Theysohn zu ergründen und dies mit spürbar zunehmender Sympathie. So lesen wir nicht einen Lebenslauf, sondem uns wird ein Menschenbild vorgelegt." Hagen habe es verstanden, die Entwicklung Theysohns vom Kind zum sozial verantwortlich handelnden Unternehmer nachzuzeichnen. Die Prägung durch enge Familienbande mit zum Teil wohlwollend-patriarcha-len Strukturen habe sich später auf sein ganzes weiteres Leben ausgewirkt. So sei Daniel Theysohn einerseits der innovativ denkende Chef seines Betriebes, andererseits aber auch der väterliche Begleiter seiner Mitarbeiter gewesen.

Sein weibliches "alter ego" habe er in seiner geliebten Ehefrau Ruth gefunden: Am Saarbacherhammer heimisch geworden, fühlten sich beide auch den hier lebenden Menschen verbunden; "besonders den jungen Leuten, die in dieser abgelegenen Grenzregion im wahrsten Sinne eine begrenzte Lebensperspektive haben. Daniel Theysohn schmerzen die verlorenen menschlichen Fähigkeiten und sucht nach Möglichkeiten, vor allem die Bildungschancen dieser jungen Leute zu steigern", erinnerte Dupprè an die ideellen Ursprünge der Daniel-Theysohn-Stiftung. Das Ehepaar habe die aus dem unternehmerischen Erfolg erwachsene soziale Verantwortung gesehen und wahr genommen. Darin zeige sich menschliche Größe und ein dauerhaftes Beispiel. 

Das enge Verhältnis, die Seelenverwandtschaft zwischen Ruth und Daniel Theysohn zu schildern, war Lilo Hagen wichtig. So habe Ruth bei ihrer Wahl zur ersten pfälzischen Weinkönigin Daniels Herz endgültig erobert, als sie auf die Frage, was eine Weinkönigin auf alle Fälle brauche, geantwortet habe: "Ein paar gute Schuhe, damit sie im Weinberg arbeiten kann." Die hübsche Anekdote war Teil der Autorenlesung während des Festaktes. Die Pfalz sei enorm reich an Künstlern und Erfindern, sagt Hagen. Die hiesige Bevölkerung habe also keinerlei Grund zu übergroßer Bescheidenheit oder gar zu Minderwertigkeitskomplexen. Es sei Aufgabe der Politik, Wege für innovativen Mut zu ebnen, und nicht zu blockieren.

Insgesamt drei Jahre lang hat Lilo Hagen "etappenweise" an der 270 Seiten starken, von der Daniel-Theysohn-Stiftung herausgegebenen und in der Kuntz Verlags GmbH erschienenen Biografie gearbeitet. Das Hardcover gebundene Buch gefällt durch seine ansprechende Ausstattung. So enthält es nicht nur einem Stammbaum Daniel Theysohns, sondern auch viele zeitgeschichtliche Bilder. Damit unterstreicht Hagen, was ihr auch persönlich wichtig war: "Es geht darum, den Menschen Daniel Theysohn für die Zukunft zu erhalten." (brl) 

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