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Die Rheinpfalz, vom 29.10.11

Aus dem Füllhorn der Theysohn-Stiftung

LUDWIGSWINKEL: Mit 3,13 Millionen Euro leistet die Daniel-Theysohn-Stiftung Hilfe zur Selbsthilfe - Erstmals mit eigenem Projekt zum Schutz von Wildtieren

SEEBALD„Lehre den Hungernden fischen und schenke ihm ein Netz dazu." Nach diesem Motto Daniel Theysohns verfahrt auch der Aufsichtsrat der Daniel-Theysohn-Stiftung bei der Vergabe von Fördergeldern.

Dies wurde einmal mehr am Donnerstag deutlich, als die Stiftung in Ludwigswinkel über ihre diesjährige Tätigkeit informierte und die Aufsichtsratsmitglieder Bernd Fischer und Dieter Grohmann für ausgewählte Projekte symbolische Zuwendungsbescheide überreichten.

Aus 129 dieses Jahr geförderten Maßnahmen hatte die Stiftung 19 ausgewählt, „die in hohem Maße dem entsprechen, was unsere Stiftungsgründer Ruth und Daniel Theysohn unterstützt hätten, wenn sie selbst noch über die Mittelvergabe hätten entscheiden können", sagte Aufsichtsratsvorsitzender Gerhard Andreas. Ausschütten kann die Stiftung jedes Jahr das Geld, das im vorhergegangenen Geschäftsjahr durch Anlage des Stiftungsvermögens erwirtschaftet wurde, „abzüglich einer Rücklage als Inflationsausgleich zum realen Kapitalerhalt". 3,13 Millionen Euro fanden sich als Ergebnis des Geschäftsahres 2010 im Füllhorn der Stiftung, „bei sehr schwierigen Bedingungen an den Finanzmärkten", wie Andreas betonte. „Wir stünden besser da, wenn sich der Kapitalmarkt wieder erholte", sagte auch Aufsichtsratsmitglied Grohmann mit Blick auf die niedrigen Zinsen.

Für den vorrangigen Stiftungszweck, die Ausbildungsförderung von Jugendlichen der Ortsgemeinden Fischbach, Ludwigswinkel, Geiselberg, Heltersberg, Schmalenberg und Waldfischbach-Burgalben, gibt die Stiftung-2011 rund eine Million Euro aus. Rund 900 Jugendlichen ab 16 Jahren greift sie dieses Jahr bei der schulischen oder beruflichen Ausbildung mit 120 Euro monatlich unter die Arme. Für sonstige Förderzwecke stehen knapp 2.060.000 Euro zur Verfügung, wovon auf Natur-, Umwelt- und Landschaftsschutzprojekte 111.950 Euro entfallen, auf Tierschutz 130.000, Denkmalschutz 258.500, Heimatgedanke und Heimatkunde 1.068.800 sowie Sport 489.472 Euro.

Eine festgelegte prozentuale Förderung gibt es nicht, erklärte Andreas. Ausschlaggebend sei die Überlegung, „was der Stifter gemacht hätte". Man wolle „mit den vorhandenen Mitteln für die vom Stifter genannten Förderzwecke die größtmögliche Wirkung erzielen". Innerhalb des Rahmens, den die jeweils zur Verfügung stehenden Mittel sowie die Art und Anzahl der Anträge bilden, prüfe der Vorstand jeden Antrag und bewerte dabei vor allem die Übereinstimmung mit dem Stifterwillen, die Realisierbarkeit des Projekts, die Höhe des notwendigen und angemessenen Betrages der Zuwendung und nicht zuletzt die Ernsthaftigkeit der Projektträger. Denn gemäßdem Motto des Stifters sei man „immer bemüht, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten". Auch Daniel Theysohn habe stets Eigeninitiative und Engagement honoriert, sich aber zugeknöpft gezeigt, „wenn er das Gefühl hatte, jemand wolle ihn ausnutzen."

Mit ihrer jährlichen Präsentation will die Stiftung deutlich machen, in welcher Form und in welchem Ausmaß sie „dazu beiträgt, das Fördergebiet in seiner Standortqualität, seinem Entwicklungspotenzial und in seiner Eigenart zum Wohle der Bevölkerungzu stärken". Dass die Süd- westpfalz „weniger zurückhängt" als vergleichbare Gebiete, zeige, dass die Stiftung merklich zur Stabilität der Region beitrage, sagte Andreas.

Erstmals wurde die Stiftung dieses Jahr auch mit einem eigenen Projekt tätig: „Schutz von Wildtieren im besiedelten Raum" lautet die Aufgabenstellung des von ihr ausgeschriebenen Ideenwettbewerbs, der sich vorrangig an Schulen und Schulklassen des Landkreises und der Stadt Pirmasens richtet (die RHEINPFALZ berichtete am 29. August). Tiere wie Fledermäuse oder der Haussperling seien durch Strukturwandel und andere Einflüsse in ihrer Existenz bedroht. Mit dem Wettbewerb wolle die Stiftung das in der Region vorhandene „kreative Potenzial" zum Wohl dieser Tiere einsetzen, (brl)

ZUWENDUNGEN 2011

Denkmalschutz

  • Protestantisches Pfarramt Luthersbrunn; 30.000 Euro für die Sanierung des Kirchturms und -dachs
  • Katholische Kirchengemeinde St. Peter und Paul, Bundenthal: 18.000 Euro für die Kirchturmsanierung
  • Karmel St. Josef, Hauenstein: 10.000 Euro für die Renovierung von Kirche und Sakristei
  • Katholische Kirchenstiftung Maria Himmelfahrt, Reifenberg: 8000 Euro für die Instandhaltung der Kirche Maria Himmelfahrt, Labach

Heimatgedanke

  • Ortsgemeinde Althornbach: 70.000 Euro für Neubau eines Bürgerzentrums
  • Ortsgemeinde Hauenstein: 70.000 Euro für Fabrikumbau zum „Haus des Bürgers"
  • Verbandsgemeinde Dahner Felsenland: 15.000 Euro für die Beschaffung von historischen Vermessungs-Katasterkarten.
  • Ortsgemeinde Geiselberg: 15.000 Euro für eine Begegnungsstätte im Dorfgemeinschaftshaus
  • Ortsgemeinde Rumbach: 15.000 Euro für einen Generationenpark „In den Heuwiesen"
  • Ortsgemeinde Hirschthal: 13.000 Euro für die Nutzbarmachung des historischen Zehntkellers
  • Männergesangverein Leimen: 8000 Euro für die Dachsanierung der Sängerhalle

Natur- und Landschaftsschutz

  • Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben: 51.000 Euro für den Neubau einer Aussichtsplattform beim Wanderweg am Wasserhaus, Hermersberg
  • Biberzentrum der Gesellschaft für Naturschutz und Ornithologie im Naturerlebniszentrum Wappenschmiede: 14.000 Euro für eine Machbarkeitsstudie für ein dauerhaftes Biberaußengehege

Tierschutz

  • Tierschutzverein Kaiserslautern: 50.000 Euro für den Neubau eines Tierheims

Sport

  • Sportverein Palatina Contwig: 30.000 Euro für den Umbau des Tennenplatzes zum Kunstrasenplatz
  • Ortsgemeinde Niederschlettenbach: 20.000 Euro für ein Sanitär- und Aufenthaltsgebäude des Jugendzeltplatzes
  • Sportgemeinschaft Bruchweiler: 5000 Euro für die Sanierung von Umkleidekabinen, Duschen und WC
  • Sportverein Schopp: 5000 Euro für den Einbau eines Kaminheizkessels und die Errichtung eines Holzlagers
  • Sportverein Battweiler: 4000 Euro für eine Komplettsanierung des Rasenplatzes.

Vertretern dieser Projekte wurden am Donnerstag symbolische Zuwendungsbescheide überreicht. 2011 schüttet die Stiftung insgesamt rund drei Millionen Euro aus. Davon entfällt etwa eine Million auf die Ausbildungsförderung von Jugendlichen, zwei Millionen kommen der Förderung von 129 Einzelprojekten zugute, (brl)

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