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Vögel

"Die Rheinpfalz" vom 13.06.2012

Mit Natur-Idyll überzeugt

FISCHBACH: Preis im Ideenwettbewerb der Daniel-Theysohn-Stiftung an IGS Thaleischweile übergeben

 

Sieger im Wettbewerb der Daniel-Theysohn-Stiftung

Die Idee der Integrierten Gesamtschule (IGS) Thaleischweiler-Fröschen, an der Schule wieder ein Natur-Idyll mit Teich und zahlreichen Rückzugsmöglichkeiten für Vögel und Insekten einzurichten, hat die Jury überzeugt. Die Schule wurde beim neuen Ideenwettbewerb „Schutz von Wildtieren im besiedelten Raum” der Daniel-Theysohn-Stiftung mit dem ersten Preis bedacht und erhielt 5000 Euro. Gestern fand im Biosphärenhaus Fischbach die Preisverleihung statt.

Die Daniel-Theysohn-Stiftung hatte den Wettbewerb ausgerufen, weil der Tierschutzgedanke einer der wesentlichen Förderzwecke der Stiftung sei, führte Stiftungsvorsitzender Gerhard Andreas aus, der gemeinsam mit Birgit Grohmann vom Stiftungsvorstand die Siegerehrung vornahm. „Der Stifter, Daniel Theysohn, war sehr naturverbunden und hat schon zu seinen Lebzeiten viel für den Tierschutz getan”, erinnerte er. Allerdings sei Tierschutz mehr als nur das Sich-Kümmern um Hunde, Katzen oder andere Haustiere. „Manche Tiere haben keine Lobby”, betonte Andreas. Das gelte insbesondere für wild lebende Tiere, wie Vögel und Insekten. Bereits bei den Kindern die Sensibilität für dieses Thema zu wecken, damit diese „auch später im Erwachsenenalter diese Tierwelt mit anderen Augen sehen”, für diese Tiere neue Lebensräume zu schaffen, das Nahrungsangebot zu vergrößern und störende Umwelteinflüsse zu beseitigen, sei der Grundgedanke des Wettbewerbs.

Die IGS füllte nach Meinung der fünfköpfigen Jury - neben Ulrich Diehl vom Biosphärenhaus auch Rainer Tempel (Pollichia), Wolfgang Sander (Untere Naturschutzbehörde), Andreas Gutting (Tierschutzbeirat Rheinland-Pfalz) und Georg Sprung (Forstverwaltung) - diesen Grundgedanken am besten aus. Ihr Beitrag stand unter dem Motto „Schaffung von Ansiedlungsmöglichkeiten einheimischer Tierarten auf dem weitläufigen Schulgelände”. Denn durch die Erweiterung der IGS vor zwei Jahren mussten weite Teile der Schulwiese mitsamt dem Schulteich weichen. Nun soll das gesamte Schulgelände nach ökologischen Gesichtspunkten gestaltet werden: Aus dem Holz von alten Schulschränken entstehen Nistkisten. Auch Fledermauskästen werden gebaut; eine Streuobstwiese samt Insektenhotel soll angelegt werden und am Abschluss des Projekts wird es dann auch wieder einen Schulteich geben - mit Schnecken, Molchen und einigen Pflanzen aus dem früheren Teich, die Schüler vor dem Bagger gerettet haben. Trotz des Preisgelds lässt sich dieses Projekt aber nur durch die Unterstützung vieler Helfer verwirklichen. Die Schule hofft außerdem auf örtliche Firmen, die mit Maschinen ihren Beitrag zu der Aktion leisten.

Der mit 3000 Euro dotierte zweite Preis ging an die Felsland-Grundschule Bruchweiler. Die dortigen dritten und vierten Klassen haben den Schutz von Wildbienen und Ameisenlöwen in den Mittelpunkt gestellt. Sie wollen Nisthilfen bauen und wissenschaftlich dokumentieren, ob und wie diese angenommen werden.

Mit ihrem Projekt „Ein Schulhof voller Leben” sicherte sich die Grundschule Maßweiler den dritten Platz und gleichzeitig ein Preisgeld von 1000 Euro. Die Schüler wollen gemeinsam mit Lehrern und Eltern rund um ihre Schule Stationen bauen, um das Leben von Wildtieren zu verdeutlichen. So soll in einen Nistkasten eine Kamera gebaut oder ein Komposthaufen mit einem Regenwurmfenster versehen werden. Auch der Bau einer mobilen Freilandschule für den Biologieunterricht direkt in der Natur ist vorgesehen.

Vier weitere, mit jeweils 500 Euro dotierte Preise gingen an die Grundschulen Rodalben, Wallhalben, Sauertal in Fischbach sowie an die Montessorischule Pirmasens. Letztere will mit Fotofallen an 15 Stellen ihrer Stadt nachweisen, welche Tiere dort nachts aktiv sind. In Fischbach kommt man mit Echolots der örtlichen Fledermauspopulation näher, katalogisiert diese und sucht nach weiterem Lebensraum. In Rodalben wird ein „Lebensbaum” mit Brutröhren und Nistkästen gebaut, samt Sandbad für Sperlinge und Wasserbad für sonstige Vögel. Die Wallhalber Grundschüler legen beim Westpfalz-Wanderweg einen Mini-Erlebnispfad an mit Nisthilfen, einem Schmetterlingsquartier, Beobachtungssteinen und Trockenmauern.

Von den 64 angeschriebenen Schulen im Kreis und der Stadt Pirmasens nutzten nur neun die Möglichkeit zur Wettbewerbsteilnahme. „Das Instrument des Wettbewerbs wird bei der Förderung der Stiftung weiter eine Rolle spielen”, kündigte Andreas dennoch an. Für 2013/14 ist die nächste Auflage vorgesehen, die dann voraussichtlich einen anderen Förderzweck der Stiftung in den Mittelpunkt rückt. Unabhängig von den nun erhaltenen Preisgeldern sicherte Andreas zu, die Stiftung werde Förderanträge der Schulen zur Finanzierung der nun prämierten Projekte „wohlwollend prüfen”. (hll)

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