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"Die Rheinpfalz" vom 26.11.2012

„Gutes Gefühl“ geholfen zu haben

dahn/hauenstein: Vorstand der Daniel-Theysohn-Stiftung begutachtet geförderte Projekte

Kirche BundenthalMit Fördergeldern in Millionenhöhe unterstützt die in Ludwigswinkel ansässige Daniel-Theysohn-Stiftung jährlich neben der Ausbildung Jugendlicher eine Vielzahl von Einzelprojekten in den Bereichen Natur-, Umwelt- und Landschaftsschutz, Tierschutz, Denkmalschutz, Heimatgedanke und Sport. Um sich einen Eindruck zu verschaffen, wie die Fördermittel konkret angelegt werden, besichtigt der Stiftungsvorstand jedes Jahr einige Projekte. Am Freitag war er zu diesem Zweck in den Verbandsgemeinden Dahn und Hauenstein unterwegs.„Über die reine Mittelvergabe hinaus ist es uns ein Anliegen, die geförderten Projekte bei ihrer Realisierung zu begleiten beziehungsweise nach Abschluss der Maßnahme zu besichtigen. Dadurch soll gewährleistet werden, dass unsere Unterstützung möglichst effektiv zur Realisierung der vom Stifter genannten Zwecke eingesetzt wird“, erklärte Vorstandsvorsitzender Gerhard Andreas in einem anschließenden Pressegespräch.Projektbesichtigungen dienten vor allem der Prüfung, „ob uns dies gelungen ist und wo gegebenenfalls Nachbesserungen möglich oder notwendig sind“. Positiver Begleiteffekt der Besichtigungstouren sei ein direkter Austausch zwischen Stiftung und Empfängern: Die Träger der Maßnahme erführen, „dass wir uns ernsthaft für ihre Projekte interessieren“; umgekehrt erlebe der Vorstand, mit wie viel Engagement und Freude die Vorhaben umgesetzt würden.

Von den 16 am Freitag in Augenschein genommenen Projekten in Bundenthal, Erlenbach, Schwanheim, Hauenstein und Hinterweidenthal waren die Vorstandsmitglieder jedenfalls durchweg angetan. „Wir sind begeistert, was die Ortsgemeinde hier für die Kinder, aber auch für die Bevölkerung gemacht hat“, sagte Andreas etwa über den mit 90.000 Euro geförderten Turnraum des Bundenthaler Kindergartens, der auch von anderen Gruppen und Vereinen genutzt wird. Nicht nur „absolut toll“ sei ferner die Umgestaltung eines alten Bauernhauses zum Dorfgemeinschaftshaus in Erlenbach; man sei bei diesem Projekt auch „sehr zufrieden mit dem Förderverlauf in mehreren Etappen“, angefangen bei der Konzeptförderung, weil im Haushalt der Ortsgemeinde die Mittel zur Erstellung eines Konzepts gefehlt hatten, bis hin zur Fertigstellung.

In Schwanheim nahm der Vorstand den Dorfplatz mit Funktionsräumen und die Dacheindeckung der Hubertushalle unter die Lupe, während er sich in Hauenstein unter Führung von Verbandsbürgermeister Ulrich Lauth und Ortsbürgermeister Bernhard Rödig anschaute, „was in den letzten Jahren hier passiert ist“, unter anderem in Bürgerhaus und Schuhmuseum. Beim Bürgerhaus überzeugten den Stiftungsvorstand das „ansprechende Büchereikonzept“, die Versammlungsräume für verschieden große Gruppen, der Bürgersaal mit Ausblick über den Ort und das hohe Maß an Eigenleistung. Für die Gemeinde sei das „auch gestalterisch gelungene“ Bürgerhaus „ein Riesengewinn“ und für den Stiftungsvorstand „ein gutes Gefühl, dabei mitgeholfen zu haben“, freute sich Andreas. Im Gegensatz zur Förderung des gläsernen Aufzugs im Sportbereich des Schuhmuseums, der „absolut in unsere Förderzwecke passt“, handelte es sich beim Spielplatz Teufelstisch in Hinterweidenthal um „eine Nahtstelle“ zwischen nicht förderfähiger touristischer Nutzung und Förderung des Heimatgedankens und des Sports. Als Lösung förderte die Stiftung nicht den Spielplatz insgesamt, sondern nur solche Elemente, die der sportlichen Betätigung und Bewegungskoordination dienen.

Wie Stiftungsgeschäftsführer Dieter Schehl erläuterte, wurden dieses Jahr 180 Förderanträge gestellt, etwas weniger als im Vorjahr. Den Grund für die rückläufige Zahl sieht er in fehlenden Mitteln der Vereine und Kommunen zur Finanzierung ihres verbleibenden Eigenanteils. Zur Praxis der Mittelvergabe erklärte Andreas, hierfür gebe es keine festgelegte prozentuale Richtlinie. Stattdessen werde jeder Antrag individuell auf Förderfähigkeit, Förderzweck sowie „auch und vor allem auf Nachhaltigkeit“ des Projekts geprüft. „Problematisch“ seien Anträge auf 100-prozentige Förderung, vor allem, wenn sie intern in Verein oder Kommune noch mit der Botschaft verknüpft seien: „Wir haben einen Förderantrag gestellt, und wenn der bewilligt ist, können wir das Projekt realisieren.“ Erfolge dann nicht die angepeilte 100-Prozent-Bewilligung, sei schnell die Stiftung für das Scheitern eines Projekts verantwortlich gemacht, bedauerte Andreas ein solches „politisch ungeschicktes Vorgehen“. (brl)

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