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"Pirmasenser Zeitung" vom 01.12.2012

Ohne die Theysohn-Stiftung wäre die Region deutlich ärmer

Vorstand befolgt auch heute das Stiftermotto „Hilfe zur Selbsthilfe”

SÜDWESTPFALZ. Gewiss käme die Südwestpfalz auch ohne die Daniel- Theysohn-Stiftung zurecht. Sicher ist aber, dass die Region ohne ihren größten Mäzen um einiges ärmer wäre. Und das nicht nur in finanzieller Hinsicht, denn bis heute handelt die Stiftung ganz im Sinne ihrer Stifter Ruth und Daniel Theysohn. Zeitlebens war es deren Anliegen, nicht einfach bloß Fördergelder unter die Leute zu bringen, sondern Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

Von grundlegender Bedeutung sei es daher, diesen Willen und die Intention auf zeitgerechte Art und Weise umzusetzen, sagte der Vorsitzende Gerhard Andreas des Stiftungsvorstandes bei der Präsentation der ausgewählten Förderprojekte im Ludwigswinkler Stiftungshaus. „Es soll deutlich werden, was die Stifter gefördert haben wollten, was sie von den Zuwendungsempfängern als Gegenleistung verlangten und dass die Frage der Effizienz der eingesetzten Mittel und deren nachhaltige Wirkung für den Unternehmer Daniel Theysohn von herausragender Bedeutung war”, brachte Andreas den Sinn und Zweck sowie die Ziele der Stiftung auf einen Nenner.

Aus diesem Grund prüfe der Vorstand jeden Antrag hauptsächlich nach den Faktoren Übereinstimmung mit dem Stiftergedanken, Realisierbarkeit des Projektes, eigenes Engagement des Projektträgers und Höhe des angemessenen und notwendigen Zuwendungsbetrages. Immer wieder werde von Antragstellern nach einer prozentualen Höhe der Förderung gefragt. Dies könne aber so generell nicht festgelegt werden, meinte Andreas.

Insgesamt 71,33 Millionen Euro hat die Stiftung seit ihrer Gründung 1971 an Fördermitteln in die Zukunft der Region und ihrer Einwohner investiert. Stolz zeigte sich der Theysohn-Vorstand, trotz der anhaltend schwierigen Situation auf den Finanzmärkten auch dieses Jahr Zuwendungen in Höhe von insgesamt gut 2,32 Millionen Euro ausschütten zu können. Fast die Hälfte davon, rund 1,08 Millionen Euro, entfiel als ursprünglicher Stiftungsgedanke auf die Ausbildungsförderung, mit der insgesamt 876 Schüler, Auszubildende und Studenten ab dem 16. Lebensjahr aus den Gemeinden Fischbach, Ludwigswinkel, Waldfischbach-Burgalben, Heltersberg, Schmalenberg und Geiselberg laut Verfügung der Stifterfamilie mit einem monatlichen Betrag von je 120 Euro gefördert werden.

Anhand der sinkenden Anträge werde mittlerweile deutlich, wie rasch der demografische Wandel voranschreite, meinte Andreas.

Die übrigen Fördermittel in Höhe von knapp 1,25 Millionen Euro wurden auf „sonstige Förderzwecke” aus den von den Stiftern festgelegten sechs Bereichen Sport, Tierschutz, Natur- und Landschaftsschutz, Pflege des Heimatgedankens und Denkmalschutz verteilt. Insgesamt 180 Maßnahmen wurden dabei bedacht, von denen 26 Projekte exemplarisch herausgegriffen und von den Vorstandsmitgliedern einzeln vorgestellt wurden. Dabei wurden auch die Gründe dargelegt, weshalb der Vorstand die Projekte als förderungswürdig anerkannte.

„Ziel ist es, der Öffentlichkeit gegenüber transparent zu machen, was wir tun und warum wir etwas fördern”, erklärte der Vorsitzende. In diesem Zusammenhang habe der Vorstand auch die vorgestellten Projekte besichtigt, um sich zu erkundigen, wie sich die Projekte entwickeln und ob die Fördermittel gut angelegt sind. Meist sei alles zur Zufriedenheit der Stiftung, hin und wieder komme es jedoch vor, dass etwas nicht so laufe, wie es zuvor ausgemacht und beabsichtigt war. In diesen, wenigen Fällen scheue sich der Vorstand dann auch nicht, entsprechende Nachbesserungen einzufordern, machte Geschäftsführer Dieter Schehl deutlich. (fri)


120.000 Euro erhielt die Gemeinde Heltersberg von der Daniel-Theysohn-Stiftung über die „sonstigen Förderzwecke” für die Modernisierung und energetische Sanierung der Festhalle.

Festhalle Heltersberg


HINTERGRUND: Verteilung der Finanzmittel für sonstige Förderzwecke

Sport/Tierschutz

Im Bereich Sport erhielt die Keglergilde Heltersberg für die Erneuerung der bestehenden Bahntechnik 5.800 Euro, die Gemeinde Erlenbach für die Anschaffung von Spielgeräten für den Kinderspielplatz 7.000 Euro, der Reit- und Fahrverein „Heidelsburg” in Waldfischbach-Burgalben für die Anschaffung eines Schulpferdes und neue Hindernisse für den Reitparcours insgesamt 5.000 Euro und der Landesjagdverband Pirmasens für den Umbau des Pistolenschießstandes in der Fumbach 5.000 Euro. Mit 19.000 Euro wurde der Tierschutzverein Pirmasens bedacht, um die Katzen-Quarantänestation mit 15 neuen Boxen erweitern zu können.

Natur-/Landschaftsschutz

In den Bereichen Natur- und Landschaftsschutz vergeben wurden 1.500 Euro an die Gemeinde Schindhard für die Beschaffung von Bänken und Tischen am Vogellehr- und Walderlebnispfad, 40.000 Euro an die Ortsgemeinde Ludwigswinkel zur Renaturierung der Quellen und Nebengewässer, 5.000 Euro an die Waldjugend Zweibrücken für die Dachsanierung ihres Gruppenheimes und, da die Abschlussrechnung zuvor nicht erstellt werden konnte, ein noch unbezifferter Betrag an den Spirkelbacher Angelsportverein „Karausche” für die Biotoppflege des Schafwoogweihers.

Denkmalschutz

Im Bereich Denkmalschutz erhielten die katholische und protestantische Kirche Dörrenbach (Südpfalz) je 2.000 Euro für die Sanierung des Glockenstuhls der simultanen Wehrkirche, das katholische Pfarramt Hauenstein für die Instandsetzung der 500-jährigen Katharinenkapelle 1.000 Euro, die Ortsgemeinde Kleinsteinhausen für Bestuhlung und Bau eines Kühlraumes im Dorfgemeinschaftshaus 5.000 Euro, die katholische Kirche Nünschweiler für die Glockenklöppel der Läutemaschine 2.000 Euro und die protestantische Kirche im Ort für die Instandsetzung ihres Gotteshauses 8.000 Euro, das Diakoniezentrum Pirmasens für die Sanierung der historischen Einfriedung am alten Waisenhaus 3.600 Euro, die protestantische Markusgemeinde Pirmasens, der die Eheleute Theysohn früher angehörten, für die Sanierung des Glockenturms 11.000 Euro, die protestantische Kirchengemeinde Rumbach für die Sanierung der Stützmauer an der Christuskirche 4.500 Euro, der Trulber Wendelinuskapellenverein für die Neugestaltung der Außenanlage 5.000 Euro, die protestantische Kirchengemeinde Vinningen-Luthersbrunn für die Sanierung der Deckenbalken 15.000 Euro und die Ortsgemeinde Bundenthal für die Sanierung eines historischen Feldkreuzes 3.000 Euro.

Heimatgedanke

Als Förderung für die Pflege des Heimatgedankens wurde die Ortsgemeinde Erlenbach für die Sanierung und Erweiterung des Dorfgemeinschaftshauses mit 15.000 Euro unterstützt. Für die Erweiterung und Sanierung ihres Kelterhauses erhielt der Obst- und Gartenbauverein Erfweiler 6.000 Euro. 8.000 Euro gingen an die Gemeinde Wilgartswiesen für die Dachsanierung der Falkenburghalle, insgesamt 18.000 Euro an die Gemeinde Schwanheim zur Erweiterung des Dorfmittelpunktes und Reparatur der Hubertushalle. Für die Erweiterung des Dorfparks und Sanierung der alten Grundschule wurde die Gemeinde Hinterweidenthal mit 25.000 Euro gefördert. 120.000 Euro erhielt die Gemeinde Heltersberg für die Modernisierung und energetische Sanierung der Festhalle. Einen erheblichen, noch unbezifferten Betrag erhalten soll auch die Gemeinde Fischbach zum Bau ihres Platzes zur Brauchtumspflege, der sobald die genauen Kosten feststehen, ermittelt wird.

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