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"PirmasenserZeitung" vom 17.07.2013

Geißler: „Melden Sie Naturschätze“

Schirmherr des Naturwettbewerbes der Theysohn-Stiftung

Dr. Heiner GeißlerLudwigswinkel. Um dem vor wenigen Wochen ausgelobten Wettbewerb „Naturschätze entdecken und bewahren“ mehr Aufmerksamkeit zu geben, hat die Daniel-Theysohn-Stiftung den ehemaligen Bundesminister und profunden Kenner der Region, Dr. Heiner Geißler, als Schirmherren gewinnen können.„Viele potenzielle Teilnehmer an unserem Wettbewerb befürchten, dass mit der Meldung ihres Schatzes dieser bekannt und durch Schaulustige zerstört wird. Unser Ansatz ist jedoch, den Schatz zu schützen und zu bewahren“, erklärt der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Gerhard Andreas.

„Nur allzu oft werden solche Naturschätze zerstört, weil ihr Standort erst bekannt wird, nachdem die Bagger ihre Arbeit verrichtet haben. Es geht nicht darum, diese Schätze zu vermarkten, sondern sie zu kennen, um sie schützen zu können“, so der Geschäftsführer des Biosphärenhauses, Uli Diehl, der die Wettbewerbsmodalitäten mit erarbeitet hat und zur Zeit die mit hochkarätigen Fachleuten besetzte Jury zusammensetzt. Es gehe auch nicht darum, Schätze neu zu entdecken, sondern sie wieder zu entdecken, sagt er.

Alte, längst vergessene Quellenstandorte, die erhalten und oder renaturiert werden müssten, ungewöhnliche Felsgebilde, die es zu erhalten gilt, seltene Pflanzen auf den Burgruinen, die man schützen muss, eine Ansiedlung von Kreiselwespen, eine Jahrhunderte alte Hainbuche oder eine selten gewordene Silberweide – das sind Schätze, zu deren Erhalt die Stiftung dem Wunsch ihres Gründers Daniel Theysohn entsprechend beitragen möchte. Aus diesem Grund wird für die Teilnahme des Wettbewerbs nicht nur der Standort des Naturschatzes, sondern auch ein Konzept, wie er geschützt werden soll, verlangt. Immerhin ist der erste Preis mit 5000 Euro dotiert.

„Gerade in den Sommerferien sind alle Bewohner und Gäste der Region aufgefordert, mit offenen Augen durch die Natur zu gehen und die sicher noch vorhandenen Schätze zu entdecken. Die Teilnahme an diesem Naturschutzwettbewerb lohnt sich auf jeden Fall“, so Andreas.

„Im grenzüberschreitenden Biosphärenreservat Pfälzerwald/Nordvogesen stellt die Südwestpfalz einen außergewöhnlichen und faszinierenden Naturraum dar. Jeder, der aktiv in der Region unterwegs ist, sei es beim Klettern an den zahlreichen Sandsteinfelsen oder beim Wandern durch die deutsch-französische Grenzregion, weiß, dass die Natur hier außergewöhnliche Strukturen hervorgebracht hat, die in vielfältigen Ausprägungen auftreten. Dies kann eine Quelle sein, die im Fels entspringt oder ein Baum, der trotz widriger Bedingungen im Felsen Wurzeln schlägt und dort Jahrzehnte überdauert. Diese Besonderheiten werden oft zu Recht als Naturschätze bezeichnet. Naturschätze sind einzigartig und dadurch unbezahlbar. Durch den Verlust von Naturschätzen wird unsere Umwelt ärmer – ärmer an Arten, ärmer an Lebensräumen und ärmer an Schönheit.

Die Daniel-Theysohn-Stiftung hat in ihrem Wettbewerb einen guten Ansatz gefunden, nicht nur den Bekanntheitsgrad von Naturschätzen zu erhöhen, sondern auch deren Schutz zu fördern und damit ihren Erhalt zu gewährleisten. Der Aufruf zur Meldung von Naturschätzen ist verbunden mit einer begleitenden Idee für deren Sicherung. Dadurch steigt die Chance, dass Bäume, Felsen, Tierarten und andere natürliche Besonderheiten in der Region erhalten bleiben und auch in Zukunft die Eigenart und Schönheit der Landschaft mitbegründen. “Daher unterstütze ich den Wettbewerb der Daniel-Theysohn-Stiftung gerne als Schirmherr und rufe Sie dazu auf, Ihre „Schätze“ zu melden und damit zu deren Erhalt für die nachfolgenden Generationen beizutragen“, erklärt Geisler.

Andreas sieht in Geißler aus vielfachen Gründen einen idealen Wegbegleiter für die Erreichung der mit dem Wettbewerb beabsichtigten Ziele. Er sei mit der Südwestpfalz eng verbunden und nicht zuletzt auch wegen seiner sportlichen Aktivitäten wie Klettern bekannt. Als Persönlichkeit sei er in der Bevölkerung hoch angesehen und überaus beliebt. Als Gründungsmitglied und maßgeblicher Akteur des Kuratoriums Sport und Natur, dem Zusammenschluss aller Natursportverbände auf Bundesebene, sowie als Mitglied des Pfälzerwaldvereins und der Vereinigung Pfälzer Kletterer sei er auch fachlich für das Thema in besonderer Weise geeignet. (lh)

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