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Nachkriegszeit

Sechs Wochen nach Kriegsende begann sich die Stadt wieder mit Menschen zu füllen.

Auch Daniel und Albert Theysohn starteten auf den Trümmern, die ihnen geblieben waren, einen Neuanfang und knüpften an die alten Kontakte zur BASF an.

Zunächst verfolgten die beiden Männer lediglich den Gedanken, möglichst schnell wieder in die Schuhfabrikation einzusteigen. Da an eine Massenproduktion ohne das notwendige Leder nicht zu denken war, suchten sie nach anderen Möglichkeiten und begannen, aus dem Kunststoff "Igelit" Absätze herzustellen. Gemeinsam mit dem Ingenieur Michel entwickelten sie dafür eine thermische Hydraulikpresse. Mehr oder weniger durch einen Zufall entstand im Rahmen der Zusammenarbeit der Prototyp eines Extruders. Der Grundstein der Firma TEHALIT war gelegt, die Idee, Schuhe aus Kunststoff herzustellen geboren.

Albert war von der Idee mit den Plastikschuhen wie besessen und machte sich umgehend auf die Suche nach einem passenden Rohr für den Bau eines Extruders.

Die Theysohns waren nicht die ersten, die auf völlig neue Materialien setzten, doch für die Schuhindustrie erwies sich die Erfindung Alberts als Pionierleistung, denn es war die erste Kunststoffverarbeitung in diesem Bereich überhaupt.

Nachdem es gelungen war, die wesentlichen Voraussetzungen für eine wenn auch recht primitive Sandalenproduktion zu schaffen, begannen die beiden mit der Fertigung. Nach dem Entleisten war der erste Teha-Schuh nach dem Kriege geboren, mit dem man in die Produktion gehen konnte. Arbeitskräfte gab es genug, jetzt galt es, einen Markt für diesen Schuh zu entdecken. Gemeinsam mit Ruth suchte Daniel den Kontakt zu alten Kunden, auch sie waren auf der Suche nach Möglichkeiten neu aufzubauen und Geld zu verdienen.

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